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Als sich 1994 ehemalige Waldenburger Abiturienten, Bürger, Politiker, Lehrer und Gewerbetreibende entschlossen, den Antrag auf Bildung einer Schule in Freier Trägerschaft des Europäischen Gymnasiums Waldenburg - zu stellen, geschah dies unter Zugrundelegung verschiedener bildungspolitischer Ansätze.
Dazu gehörte die Wahl des sprachlich-wirtschaftlichen Profils, um auf ein Leben im vereinten Europa vorzubereiten. Dazu gehörte aber vor allem auch die Einsicht, dass sich Bildung und Erziehung nur durch die
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Entwicklung der rationalen und emotionalen Fähigkeiten in Einheit darstellen lassen, damit sich Eigenschaften, wie Sensibilität, Kreativität, aber auch soziales Verantwortungsgefühl entwickeln können.
Die Schulgründer gingen davon aus, dass die Befähigung zur Aus- einandersetzung mit kulturellen Wertvorstellungen in einer Zeit, in der traditionelle ästhetische Kategorien weitgehend ihre Leitfunktion eingebüßt haben und einer Zeit, die das Leben als Ganzes der Genuss- und Erlebnisorientierung unterstellt, von immenser Bedeu- tung ist.
Schule sollte nicht nur als ein Lern-, sondern auch als ein Lebens- ort aufgefasst werden, in dem Ganzheitlichkeit ganztägig praktiziert wird.
So kam es auf Beschluss des Trägervereins Europäisches Gymna- sium Waldenburg e. V. zur Gründung der Freien Jugendkunstschule.
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Damit wurde ein Modell geschaffen, das bundesweit für Aufsehen gesorgt hat und in dieser Form Gymnasium und Jugendkunstschule eng verzahnt unter einer Trägerschaft und unter einem Dach in Deutschland bisher kaum Beispiele hat. Die Institutionalisierung aller Freizeitangebote führte zu einem deutlichen Qualitätszuwachs inhaltlicher und personeller Art, der von nur projektbezogenen teilweise aktionistischen Vorhaben weg führte. Damit wurde es möglich,
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den Erwerb kultureller Grundkompetenzen, die neben Nachhaltigkeit, Frühzeitigkeit und Mehrwahrnehmung auch Systematik, Kontinuität und Einblicke in verschiedene Erscheinungsformen erfordern, wesentlich zu befördern.
So gesehen, wurde mit der Gründung der Freien Jugendkunstschule auch das Profil des allgemein bildenden Europäischen Gymnasiums Waldenburg geschärft als Lern- und Lebensort, der mit Neugier, Hoffnung, Spannung, aber immer mit Freude aufgesucht wird.
Derzeit begleiten 47 festangestellte und lehrbeauftragte Musik- pädagogen, Musiker und Künstler engagiert den Weg der Schule. In
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der eigenen Töpferwerkstatt in den Ateliers für Bildende Kunst, Modedesign, Holz- und Papier- gestaltung, in Tanzkursen, beim Theaterspiel oder im Ton- und Videostudio entdecken inzwischen jährlich über 600 Teilnehmer ihre eigenen künstlerischen Ausdrucksmöglich- keiten.
Des Weiteren wurden zwei Außenstellen der Jugendkunstschule aufgebaut, die ihr Domizil an der Europäischen Grundschule Lichtenstein
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und am Europäischen Gymnasium Meerane ebenfalls Schulen des Trägervereins - gefunden haben.
Die Basis für die finanziellen Aufwendungen bildet das enorme Engagement des Trägers aber auch das Land Sachsen beteiligt über den Kulturraum Vogtland-Zwickau bzw. die Musikschulförderrichtlinie in nicht unerheblichem Maße.
Das zehnjährige Jubiläum der Freien Jugendkunstschule wurde im Jahr 2008 mit zahlreichen Veranstaltungen und Aktionen gebührend gewürdigt. Dazu gehörte am 16.03.2008 ein Orgelkonzert an der historischen Kreutzbachorgel in der Aula der Schule mit Professor Matthias Eisenberg. Die Freie Jugendkunstschule war außerdem Gast- geber für die Sächsischen Musikschultage am 17./18.04.2008 für alle Musikschulleiter Sachsens. Die Bereiche Angewandte und Bildende Kunst haben eine Wanderausstellung vorbereitet, die in verschiedenen Einrichtungen, Galerien und im Sächsischen Landtag gezeigt wurde. Es entstanden Filme über die Freie Jugendkunstschule und über die Arbeit der Bläserklassen, sowie Tonträger mit Beiträgen der Schulensembles. Musikalische Höhepunkte bildeten zwei Festkonzerte in der Sachsenlandhalle Glauchau, die durch die Schüler am 09.07.2008 und im Oktober 2008 von den Lehrern und Lehrbeauftragten gestaltet wurden.
Dr. Gerd Stiehler
stv. Geschäftsführer für Bildung und Planung im Trägerverein
Europäisches Gymnasium e.V.
Leiter der Freien Jugendkunstschule
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